Meine ganz persönliche Top Ten: Bücher über Kreativität und kreative Arbeit

Ich bin innerlich noch in Urlaub und werde erst nächste Woche wieder übers Unternehmen und den dafür nötigen Unternehmergeist nachzudenken. Aber ich hab heute mein Bücherregal umgeräumt - inzwischen habe ich eine recht umfangreiche Sammlung zum Thema Kreativität/Lernstil/Begabung/Hirnforschung.  Aber von den vielen haben diese sieben mich besonders inspiriert:

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Kleiner Kurs "Unternehmergeist" für Hochbegabte und Kreative Teil 8: Auf der Suche nach dem Eigenen

Wenn sie sich mit ihren eigenen Ideen oder Produkten auf den Markt begeben, fühlen sich viele hochbegabte oder kreative Menschen enorm unsicher, Diese Unsicherheiten haben damit zu tun, dass etwas sehr Eigenes angeboten wird, aber nicht die Zeit genommen wird, diesem Eigenen so auf den Grund zu gehen, bis es gewiss ist, bis es in allen Fasern des eigenen Körpers, der eigenen Persönlichkeit gespürt werden kann. Bis es von selbst zu Worten findet.

Dafür nehmen sich nur wenige die Zeit. Dabei kostet es gar nicht so viel Zeit. Naja, ein bisschen schon, schließlich haben die meisten von uns eine enorme Wahrnehmungsfähigkeit und da sammelt sich im Laufe eines kurzen oder langen Lebens allerlei an Erfahrung an. Und es kostet etwas Mut - man muss sich schließlich das eigene Leben anschauen und dabei begegnet man zwangsläufig auch dem einen oder anderen Konflikt oder Umweg, den man lieber vergessen würde.

Aber was viele vorher nicht zu ahnen scheinen ist, dass es enorm viel Spaß macht, den roten Faden in der eigenen Erfahrung zu erkennen. Zu entdecken, dass das eigene Leben gar nicht eine Aneinanderreihung von höchstpeinlichen Momenten und schuldbeladenen Erfahrungen ist. Sondern dass man - oft ohne es zu merken - einen enormen persönlichen Wissens- und Erfahrungsschatz aufgebaut hat. Dass man sich nicht zufällig von Idee zu Idee hangelt,  sondern einem Weg folgt, der eine eigene Logik hat. Der einen Sinn hat, der spürbar und erfahrbar ist und dann auch kommunizierbar wird.

Das ist alles sehr praktisch für den Weg zum Markt.
Wichtiger aber: es macht glücklich und gesund.
So viele hochbegabte und hochkreative Menschen leiden unter dem was sie als Zersplitterung ihrer Persönlichkeit, als Zufälligkeit oder Verwirrung erfahren. Als Hochkomplexe Menschen in einer Welt die alles normieren will, haben sie nie die Gelegenheit gehabt, die verschiedenen, oft als gegensätzlich erfahrenen Aspekte ihrer Persönlichkeit zu integrieren.
Erst wenn sie die Gelegenheit bekommen, ihre eigenen Geschichte  in ihrem Zusammenhang zu sehen,  die Schönheit und Wichtigkeit, die Wahrheit und Reife ihrer Lebenserfahrung zu erkennen und den eigenen Weg mit all seinen Konflikten und Verirrungenn als sinnvoll und wesentlich zu begreifen, dann erst können sie Selbstsicherheit  erfahren. Sich selbst achten. Selbstbewusst sein.

Das sichere Auftreten auf dem Markt wie anderswo folgt dann von selbst.

Fortsetzung folgt
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Gastbeitrag von mo jour: Buchrezension zu Andrea Brackmanns Buch: Jenseits der Norm - hochbegabt und hoch sensibel?

„nun sei doch nicht so empfindlich!“ - „du meinst immer, man wollte dir was ….“ - „du bist immer …. zu ….irgendwas: zu traurig, zu himmelhochjauchzend, zu angestrengt, zu ernsthaft …. bist du eigentlich auch irgendwann mal ‚normal‘?!“ - „du immer und deine befindlichkeiten!“ - „du denkst wohl, du wärst was besonderes?!“

das sind so die – meist in vorwurfsvollem ton übermittelten – botschaften, die mich seit meiner kindheit verfolgen und bis in die gegenwart begleiten. ständig vermittelte man mir den eindruck, dass ich so, wie ich bin, nicht richtig sei, sondern falsch. dass ich mich gefälligst ändern müsse, damit ich für die anderen nicht so unbequem bin.

was kann denn ich dafür, wenn mir etwas zu laut ist? wenn ich schnell friere? wenn viele menschen auf einen haufen mich schwindlig werden lassen? wenn gerüche mir übelkeit verursachen, die andere höchstens als hauch wahrnehmen? wenn ein wollpullover, den andere für kuschelweich halten, mir wie schmirgelpapier an der haut schrubbt?

viele viele jahre lang haben mich diese vorwürfe der anderen gequält. die sich immer wiederholende botschaft „sei eine andere!“ hat mich an den rand der verzweiflung gebracht und in die selbstzerstörung getrieben: depressionen, bulimie, suizidversuche, sucht: alles habe ich ausprobiert, um eine andere zu werden. es ist mir nicht gelungen.

und dann, vor wenigen wochen erst, bin ich über ein buch gestolpert, das mich darin bestärkt hat, so sein zu dürfen wie ich bin – dass es für eine wie mich (mit einem iq weit jenseits der 130) quasi normal ist, nicht nur besonders schlau, sondern auch besonders empfindsam, sensibel, gefühlvoll zu sein. eine kluge mimose eben.

Andrea Brackmann heißt die autorin, „Jenseits der Norm – hochbegabt und hoch sensibel? Die seelischen und sozialen Aspekte der Hochbegabung bei Kindern und Erwachsenen“ der titel.

Brackmann ist selbst ‚betroffene‘ (jaja. als ob intelligenz eine krankheit sei) und arbeitet als psychologin und therapeutin seit vielen jahren mit hochbegabten kindern, jugendlichen und erwachsenen.

ihre erfahrungen und forschungsergebnisse grob zusammengefasst: ein mehr an intelligenz geht fast immer auch zusammen mit einem mehr an auffassungsvermögen, mehr an wahrnehmung, mehr an sinneseindrücken, mehr an emotionen.

weil so vieles auf uns einströmt, weil „wir oberschlauen“ mehr wahrnehmen als andere und das nicht abstellen können, kommt es schnell zu einer überreizung, einer überforderung der sinne. dann werden wir in den augen anderer zur zicke – obwohl das reiner selbstschutz ist: wenn eine situation mich überfordert und quält, dann muss ich da raus, und zwar schnell. das ist doch normal, oder etwa nicht? aber weil ich mehr auf- und wahrnehme als andere, ist meine persönliche grenze der erträglichkeit schneller überschritten.

eine rasche überreizung ist natürlich nicht der einzige aspekt, auf den Brackmann in ihrem fast 240 seiten starken buch eingeht.

sie beschreibt u.a. einige ‚typen‘ hochbegabter erwachsener – vom zerstreuten professor über die grenzgängerin oder die späte künstlerin bis hin zum perfektionisten oder dem nonkonformisten – sowie deren typische alltagserfahrungen und -konstellationen. ihr stil ist dabei humorvoll, immer menschlich wohlwollend und leicht lesbar, ohne in platitüden oder plumpe verallgemeinerungen abzugleiten.

eine wohltat! ich habe oft geschmunzelt beim lesen – und auch viel geweint, weil es so unendlich gut getan und mich sehr entspannt hat, mich in Brackmanns beschreibungen wiederzufinden. und das mir, die doch immer einen bogen macht um jede psychologische schublade, die sich allen bisherigen seelen-einordnungsversuchen widersetzte und alles, aber wirklich ALLES tat, um sich aufgezwungene etiketten wieder abzureißen. kein wunder, die haben ja alle nicht gepasst!

bei frau Brackmann passt es: zum ersten mal las ich worte wie „frühkindlich traumatisierte kreative hochbegabte“ - und was meine hohe intelligenz beim überleben und bei der verarbeitung meiner persönlichen katastrophen beigetragen hat, was ich ihr gar zu verdanken habe.

ebenfalls habe ich erst in diesem buch erfahren, dass sich durch die oben erwähnten phänomene einer kontinuierlichen seelischen und sinnlichen überreizung wesenszüge und merkmale herausbilden können, die denen von autismus gleichen. ähnliches gilt für borderline. Brackmann erläutert und begründet ihre thesen einfühlsam und anschaulich – die genannten parallelen sind für mich sofort nachvollziehbar.

beim lesen dieses buches habe ich gelernt, dass dieses schwer definierbare gefühl von „anders-sein“ und „nicht-richtig-dazu-gehören“, das mich ein leben lang begleitet, für hochbegabte ganz typisch ist. und dass meine extreme neugier und soziale sensitivität nicht im widerspruch stehen zu meinem bedürfnis, sehr viel zeit für mich zu haben und allein zu sein.

die schönste wohltat beim lesen aber war vielleicht die tatsache, dass Brackmann aus eigener erfahrung lebt, wovon sie schreibt. ihr tonfall ist niemals belehrend von oben herab, sondern immer respektvoll auf gleicher ebene.

sie vermittelt genau die art von authenzität, die hochbegabte menschen brauchen, um einem gegenüber vertrauen und es auch ernst nehmen zu können. denn mit unseren feinen antennen spüren wir sofort, wenn jemand uns etwas einreden, uns manipulieren will – der hat dann sofort verloren.

Andrea Brackmann gewinnt! - und deswegen möchte ich dieses höchst spannende buch sehr empfehlen, auch wenn es nicht mehr ganz neu ist: erschienen ist es im jahr 2005 beim Klett-Cotta Verlag als No. 180 in der reihe „Leben lernen“, liegt bereits in vierter (sic!) auflage vor und kostet derzeit 22,90 euro; ISBN 978-3608890143

eine buchbesprechung von mo jour aus dem büro für besondere maßnahmen http://mojour.blogspot.com/
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Tolles Video: Mythen zur Hochbegabtenförderung

Dank dem Blog The More Child hab ich diesen so lustigen wie ernsten Video von hochbegabten Schülern entdeckt:

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Wofür brauchen Hochbegabte ihre geheimen Strategien?

Gestern hab ich ein paar Notizen gemacht für die neue Serie zu den Strategien der Hochbegabten - und dabei fielen mir die Ten Criticisms von Mary-Elaine Jacobsen wieder ein. In ihrem Buch "The Gifted Adult" (Auch Everyday Genius) nennt sie zehn Vorwürfe, die Hochbegabte schon seit früher Jugend zu hören bekommen. Was hat das mit Strategien zu tun? Die Strategien mit denen Hochbegabte durchs Leben gehen entstehen (auch) in der Konfrontation mit eben solchen Vorwürfen. Wie z.B., wer kennt ihn nicht:  "Du bist immer so kritisch" - und schon übt das Kind im Stillen Kritik nur vorsichtig und wohldosiert zu äussern. (Und wird dadurch nicht glücklicher, denn kritische tiefgehende Gespräche machen glücklicher als Small Talk - siehe meinen Eintrag von gestern ).

Die Ten Criticisms von Mary-Elaine Jacobsen sind:
  • 10. "Why don't you slow down?"
  • 9. "You worry about everything!"
  • 8. "Can't you just stick to one thing?"
  • 7. "You're so sensitive and dramatic!"
  • 6. "You have to do everything the hard way."
  • 5. "You're so demanding!"
  • 4. "Can't you be satisfied?"
  • 3. "You're so driven!"
  • 2. "Where do you get those wild ideas?"
  • 1. "Who do you think, you are?"
 Nicht zufällig schließen diese Vorwürfe ziemlich nahtlos an bei den Merkmalen Hochbegabter.
Welche Vorwürfe habt ihr euch schon anhören müssen?
Und welche Strategien gehören dazu?
Und wie können wir die Vorwürfe umformulieren, so dass sie zu Lob werden?

Du bist so wunderbar kritisch!
Toll, dass du so schnell denken kannst!
Ich find es klasse, dass du dir Gedanken machst.
Schön, dass du so flexibel bist.
Woher nimmst du nur all diese tollen verrückten Ideen!!!
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Software für Schriftsteller: Write or Die

Letzte Woche hatte ich hier im Blog zwei Videos zum Thema Procrastionation eingestellt - der Wissenschaft des Arbeits-Verzögerns. Bei mir treten solche Verzögerungs-Taktiken vor allem in drei Situationen auf: 
- wenn ich irgendwelche Behörden anrufen muss
- wenn ich die Steuer machen muss
- wenn ich einen Text schreiben will, den ich schon zu gut im Kopf habe, um ihn noch wirklich interessant zu finden.


Im letzten Fall ist eine wichtige Taktik natürlich, mir den Stoff wieder interessant zu  machen. Trotzdem kostet es mich dann manchmal ziemliche Überwindung das Schreibprogramm zu öffnen (seit Jahren mein geliebter Scrivener), und wenn ich das geschafft habe, starrt mich die leere Seite oft sehr missmutig an. 


Jetzt bin ich auf ein ebenso lustiges wie wirkungsvolles Schreib-Tool gestoßen, das Wunder wirkt bei Schreibfaulheit, Blockaden oder allerlei Montagmorgen-Verzögerungstechniken. Wie der Name schon sagt geht es bei Write or die darum zu schreiben - und wer nicht schreibt, kriegt Strafe.

Die Bedienung ist ganz einfach: bestimme dein Ziel (z.B. 1000 Wörter in 30 Minuten) und wie hart du bestraft werden willst, dann fang an zu schreiben. Ich schreib im "Kamikaze"-Modus. Bei zu langen Pausen verfärbt sich der Bildschirm erst immer roter, und wenn ich dann immer noch nicht schreibe, werden die schon geschriebenen Wörter rückwärts aufgegessen. Außerdem habe ich die Funktion "disable Save till goals met" entschieden. Wer will kann auch die Taste "backspace" ausschalten. Das Auffressen des Schon-Geschriebenen ist eine Strafe, die mich dann doch in Gang bringt - und natürlich ist nicht jeder so entstandene Satz grandios, aber der Anfang ist gemacht, oft mit überraschend guten Ergebnissen.

Extras: Full screen schreiben ist möglich, die Farbe von Hintergrund und Text kann nach Wunsch eingestellt werden. Ist das Ziel erreicht ertönt eine Jubel-Melodie und der geschriebene Text kann gespeichert werden. Und wer will kann den Kampf mti den Wörtern zum Zweikampf machen und "gegen" einen Freund oder Feind anschreiben.

Probieren könnt Ihr Write oder Die auf:

http://writeordie.drwicked.com


Viel Spaß!
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Wie unser Essen das Klima bedroht

Wenige machen es sich bewusst: einer der größten CO2 Produzenten ist die Fleischindustrie.
Wenn wir statt das Getreide an Tiere zu verfüttern, es selber essen würde, gäbe es in der Welt kein Hungerproblem und der CO2 würde drastisch reduziert.

Morethanahybrid ruft dazu auf, weniger Fleisch zu essen. Stell dir deine Ziele (z.B. drei Fleischmahlzeiten weniger im Monat ). Auf der Seite kannst du dir ausrechnen lassen, wieviel CO2 du damit sparst.

About : morethanahybrid.org
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Tipps und Tricks für Hochbegabte: Strategie 2 Unsichtbarmachen

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Die geheimen Strategien der Hochbegabten: Die neue Serie!!!

Ich hab in den letzten Monaten hier im Blog viel über die Merkmale von Hochbegabten geschrieben. Aber wie (über)leben Hochbegabte in Umgebungen, in denen gerade diese Merkmale oft als unheimlich, fremd oder störend angesehen werden?
Zu diesem Thema möchte ich hier im Blog eine neue Serie starten. Über Gastbeiträge oder Kommentare über eure eigenen geheimen oder weniger geheimen Strategien würde ich mich sehr freuen - und dabei muss es nicht unbedingt bluternst zugehen...

Und zum Einstieg Strategie 1: Der Coupe Normale.






Übrigens: Jon´s Brainstudio ist nun auch in Ihrer Nähe zu finden!
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Kreative Arbeit - und wie man aktiv verhindern kann, dass man aktiv wird...

Ich arbeite gerade an einem Buch und finde es immer wieder erstaunlich, wie viel Zeit ich mit an dem Buch arbeiten verbringen ohne zu schreiben... Dass ich nicht die Einzige bin, der es sehr leicht fällt mir sinnvolle Tätigkeiten auszudenken, mit denen ich das Schreiben effektiv verhindern kann, zeigen die beiden Videos mit dem Titel Procrastination (= Aufschieben). Leider nur auf Englisch, aber wenn man das Thema kennt, sprechen die Bilder vielleicht auch für sich...

Danke für die Tipps, Lize und Arthur.
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"Procrastination" Tales of Mere Existence / Lev Yilmaz

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John Kelly Procrastination

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Danke, Mo Jour

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Aktuell in der Begabungszeitung

In den nächsten Wochen dreht sich in der Begabungszeitung alles ums Schreiben.
Mit: Autorenrätsel, Schreiberfahrungen, Ideen, Interviews...

Beiträge herzlich willkommen!

 Zur Begabungszeitung
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