Witz!

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Kreativität - ein Tanz am Abgrund der Bedeutung

Wenn man sich anschaut, wie oft und leichtfertig das Wort kreativ benutzt wird, dann könnte man meinen, Kreativität würde in unserer Kultur überschätzt. Ich denke aber, das Gegenteil ist wahr.
Ja, es wimmelt in Buchläden von Bastelbüchern und von Ratgebern für Manager, die irgendwo im Titel das K-Wort eingebaut haben. Aber beide Arten Bücher sehen Kreativität als ein Mittel, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Ob das nun Christbaumsterne aus Teebeuteltütchen oder erfolgreiche Verkaufszahlen sind - um Kreativität geht es hier nicht wirklich.

Kreativ sein  bedeutet Neuland zu betreten. Sich aus dem was schon Bedeutung hat, in Gebiete zu begeben, deren Bedeutung noch unsicher ist. Eine Reise zu unternehmen, bei der vollkommen unsicher ist, was sie bringen wird. Ob sie überhaupt etwas bringen wird.
Kreativ sein bedeutet, die Sicherheit des Bekannten zu verlassen. Und wer sich auf diesen Weg macht, wird zwangsläufig mit Sinnfragen konfrontiert. Fragen, die Zweifel, Ängste und sogar Depressionen mit sich bringen können. Und diese Fragen sind nicht Nebenwirkungen, sondern Essenz des kreativen Prozesses. Wenn wir sie ignorieren und vermeiden, führen sie uns nur noch weiter an den Abgrund.

Wer diesen Prozess kennt, dem möchte ich das Buch "The Van Gogh Blues - The Creative Person´s Path through Depression" empfehlen. Eric Maisel, Kreativitätscoach und Autor vieler interessanter Bücher, beschreibt darin, wie Sinnkrisen bei kreativen Menschen entstehen, warum sie unablöslich mit der kreativen Arbeit verbunden sind, und wie kreative Menschen ihrer Arbeit und ihrem Leben Bedeutung geben können. Denn Bedeutung (meaning) ist für kreative Menschen nicht etwas, dass ihnen gegeben wird, sie müssen die Bedeutung selbst formulieren, sogar erzwingen. 
Dabei geht es nicht darum, nach dem universalgültigen Sinn des Lebens zu fragen. Solche allgemeinen Formulierungen sind für kreative Menschen nur der Anlass, sie sofort auseinanderzupflücken. Eric Maisel ist der Meinung, dass nur ein Schild aus persönlichen Beweggründen, Prinzipien und Intentionen davor schützen kann, in den Abgrund der Bedeutungslosigkeit und das schwarze Loch der Depression zu fallen.

Maisels Buch ist endlich eines, in dem Kreativität nicht unterschätzt wird. Hier wird Kreativität weder zum Gebastel noch zur Marketingstrategie verniedlicht, sondern ernstgenommen als harte, wichtige und erfüllende Arbeit an Bedeutung.

Eric Maisel: "The Van Gogh Blues - The Creative Person´s Path through Depression"
New World Library 2008     ISBN 978-1-57731-604-6      ca. 11 Euro
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Kreative Arbeit (Comic)





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Grüße von Nathalie
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Was tun Sie am 24. Oktober, um auf die Zahl 350 aufmerksam zu machen?

Und warum kreative und begabte Menschen manchmal nicht dazu kommen, zu tun, was ihnen wichtig ist.

Als ich mir überlegte in diesem Blog auf die Aktion 350org aufmerksam zu machen - und auch in der Begabungszeitung, die heute zum ersten Mal erscheint, auf www.begabungswerkstatt.de), da kamen mir doch tatsächlich einen Moment lang Zweifel. Kann ich das machen? Dies ist doch kein politischer Blog. Und in einer Zeitung, die sich auch an Kinder und Jugendliche richtet?
Aber dann musste ich über mich selbst lachen. Denn alle hochkreativen und hochbegabten Menschen, die ich kenne, haben auch ein starkes Verantwortungsgefühl für ihre Umgebung. Vielleicht hat das damit zu tun, dass sie so stark die Veränderbarkeit der Welt erfahren - Kreativität also. Dazu kommt eine starke persönliche Moral.

Nicht immer aber führen dieses Verantwortungsgefühl und das moralische Bewusstsein jedoch auch zu konkretem Handeln. Viele begabte und kreative Menschen leiden daran, dass sie nicht zur Handlung kommen, nicht aktiv werden, nicht das tun, was ihrem inneren Drang die Welt mitzugestalten entspricht. Das liegt vor allem daran, dass sie so enorm hohe Ansprüche an sich selbst stellen und große Ziele und Ideen haben. So groß, dass sie sich nicht zutrauen, diese auch zu verwirklichen. Und darum tun sie oft gar nichts und verabscheuen sich dafür. Wodurch sie sich noch weniger zutrauen und noch weniger tun und sich noch mehr verabscheuen. Dieser Prozess spielt sich auch ab, wenn sie auf ein leeres Blatt starren und sich nicht zutrauen den geplanten Artikel zu schreiben. Oder vor der weißen Leinwand stehen, usw.

Da gibt es nur eins: kleine Ziele. Denn auch die kleinste Handlung ist besser als das Abgleiten in den Teufelskreis des Nichts-Tuns.

Und was hat dies alles mit der Zahl 350 zu tun?
Am 24. Oktober finden in mehr als 177 Ländern der Welt 4641 Aktionen zum Klimaschutz statt.
Diese Aktionen haben zum Ziel, auf die Zahl 350 aufmerksam zu machen - die wichtigste Zahl der Welt:
Aus der Einladung zur Aktion 350org:

"James Hansen von der NASA hat vor kurzem, zusammen mit einem Team von weiteren Wissenschaftlern, eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten veröffentlicht, aus denen hervorgeht, dass wir den Kohlenstoffdioxid-Anteil in der Atmosphäre von den aktuellen 387 ppm (parts per million) auf 350 ppm oder weniger reduzieren müssen, wenn wir „einen ähnlichen Planeten“ behalten möchten, „wie den, auf dem sich unsere Zivilisation entwickelt hat“.
Vor einem Jahr wusste noch niemand von dieser Zahl – aber jetzt ist klar, dass 350 die vielleicht wichtigste Zahl für die Zukunft unseres Planeten ist, ein Orientierungspunkt bei unserer Neugestaltung der Welt. Wenn wir die Welt bald auf den richtigen Weg, mit dem Ziel 350 ppm, bringen, können wir die schlimmsten Folgen des Klimawandels noch abwenden.
Der zweite Grund dafür, dass 2009 von so großer Bedeutung ist, ist die Tatsache, dass die politischen Möglichkeiten, Einfluss auf unsere Regierungen auszuüben, größer denn je sind. Die führenden Entscheidungsträger der Welt werden im Dezember in Kopenhagen zusammenkommen, um ein neues globales Abkommen zur Reduzierung der CO2-Emissionen zu schließen".

Auf der Seite www.350.org oder www.350.org.de können Sie auf einer Weltkarte alle geplanten Aktionen finden. Es ist bestimmt auch eine in Ihrer Nähe dabei. Aber wenn Ihnen das zu weit, zu kompliziert oder nicht nach Ihrem Geschmack ist, dann können Sie auch noch kleiner anfangen:
Malen Sie sich einen Button mit 350 und stecken Sie ihn sich an. Das 350 Logo können Sie übrigens auf der Webseite der Aktion downloaden, auch Schablonen falls Sie lieber ein T-Shirt bemalen oder mit Straßenkreide auf den Bürgersteig malen...


Und wenn Sie sich dabei dumm vorkommen  (bringt doch nichts, hat doch keinen Zweck, sieht doch keiner), dann denken Sie an Gandhis Aussage:
Whatever you do will be insignificant, but it is very important that you do it.

Danke!
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