Comic - Zwischen Weihnachten und Neujahr...

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Aufruf von 350.org

 In diesen Tagen gibt es nichts wichtigeres und darum werde ich auch nicht über etwas anderes schreiben: 

Naomi Klein redet gerade live im Fresh Air Center in Kopenhagen. Für sie ist neben all den negativen Entwicklungen - dass die reichen Länder nicht bereit sind, sich für eine fairen und wissenschaftlich fundierten Klima-Vertrag einzusetzen - auch Gutes zu melden. 

 Zum Beispiel, dass soziale Organisationen und Umweltschutzorganisationen sich zu einer großen Bewegung zusammengeschlossen haben worunter amnesty international, wwf, greenpeace, oxfam, plan, the World Council of Churches, 350.org und avaaz.     Gemeinsam formen sie: tcktcktck.org

dass es ein wachsendes Bewusstsein gibt, dass soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz zusammengehören

dass die kleinen Länder, Länder die bisher als "weniger entwickelt" belächelt wurden, auf dieser Konferenz die wahren Leaders sind. Länder wie Tuvalu, die Malediven, Indonesien und Nepal sowie die Afrikanischen Länder in nie gesehener Einheit zeigen uns hier im reichen Norden, wo es langgeht.


Hier folgen zwei Aufrufe von 350.org, Versuche, den öffentlichen Druck für die letzten Verhandlungstage nochmal zu mobilisieren.


Copenhagen Crisis: two unusual requests.


Dear friends,
Apologies again for bombarding you with updates, but we're in the final stretch here at Copenhagen and I hope you can join us in doing two unusual things.
They're unusual things for us to ask, but this is an unusual moment. In a certain sense the Copenhagen conference is going better than we dared hope. The small nations of the world have really been quite remarkable this week--their calls for strong climate action have completely changed the tone of these negotiations. They have stood up to immense pressure from the big powers, and they continue to rally behind the banner that all of you have raised for them. These nations are still trying to insert "350 language" into the treaty text, at least as a symbolic aspiration for the future. This would be a remarkable acknowledgment of physical reality, and give us a good base to keep moving on.
But not all is well in Copenhagen. We're not going to get the agreement that we need (current negotiations put us on track to hit a devastating 770ppm by century's end) and this movement will need to fight on in the years ahead.
But right now, while the Copenhagen climate talks are still unfolding, we need one final push.
So, the two unusual requests:
1) Make a phone call -- http://www.350.org/call 
We don't usually ask you to make calls, but today we're going to. At this link you'll find a list of every head of state and his or her phone number. You'll note that the countries are listed in either green or red type. If your nation is in green, it means they're fighting the good fight for 350. We need you to leave them a message that either expresses your pride and gratitude for their commitment to keeping 350 in the treaty text, or your earnest wish that they'll listen to the science and consider standing with the bloc of more than 100 nations standing for bold scientific targets.
Please click here to make the call--you'll find everything you need: the appropriate phone numbers, a short script of what to say, and a sense of how your country's leadership is standing on this issue. http://www.350.org/call
2) Think about fasting for 24 hours on Thursday--part of a genuinely worldwide effort.
A hunger strike is not one of our usual tools either, but somehow it feels appropriate at what's a very solemn moment. Some of our allies around the world have been going without food for more than a month, and they've asked others to join this fast for 24 hours--starting any time on Thursday. We know it's late notice, especially for those of you in the eastern parts of the world--but everything just came together to pull it off. Many here in Copenhagen are doing so--including thousands of youth, members of the 350.org team, Vandana Shiva, and many more--and we wanted you to have the opportunity too.
As global warming kicks in, more and more people will starve--earlier this week, at the conference's main religious service, there were shriveled ears of corn from drought-stricken parts of Africa on the altar. Most of us can't know the true terror of hunger, because we know we'll eat again soon, but we can join in what organizers are calling a Hunger Strike for Survival.
If you're interested in joining in, please sign-up here. And while you're fasting, you might visit this page to post a short link with a reflection of what you thought about as you fasted, and what you're committed to working for. It's true that we can't promise fasting will have any practical effect, but it feels right to us right now.
Please consider joining us: www.350.org/fast
It's true: we won't get the treaty we need in Copenhagen, but thanks to you we've made the real consequences of climate change a priority for the very first time inside this process.
Onwards,
Bill McKibben for 350.org
PS - Can you help spread the demand for a Science-Based Treaty on Facebook? Just visit this post on Facebook, scroll down, and click "Share" to let your friends know your thoughts on the current negotiations and how you're taking action. Many thanks.
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Comic zu : Merkmale von Hochbegabten...


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Für Hochbegabte mit Weltverbesserdrang: Online-Kopenhagen-Zeitschrift von Ode

Eine meiner liebsten Zeitschriften gibt es seit kurzem auch auf Englisch: Ode, das Magazin für Intelligente Optimisten. Ziel der Herausgeber ist nicht, die Welt durch die rosa Brille zu beschauen, sondern von Weltverbesserung im allerpositivsten Sinne zu berichten. Jede Ausgabe steht voll interessanter Projekte, Ideen, Menschen, Organisationen und Produkte. Auch gibt Ode einen  täglichen Newsletter heraus mit positiven und inspirierenden Nachrichten.
Und jetzt pünktlich zum Klimagipfel eine Ausgabe voll Info über Projekte und Visionen zum Klimaschutz. (Leider auch reichlich Reklame, lasst euch davon nicht abschrecken, die Artikel sind wirklich lesenswert!).

Gratis-Kopenhagen-Ode bei zinio

Der tägliche Ode-Newsletter "And now for the good news".
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Lynda Barry: "What it is". Visuelle Hirn- und Kreativitätsforschung vom Feinsten.

Es gibt reichlich Bücher über Synapsen, Neuronen und Hirnareale und in der Hirnforschung ist in den letzten Jahren viel Neues entdeckt worden. Trotzdem habe ich nicht das Gefühl, dass wir bisher wirklich verstehen, wie unser Denken funktioniert. Was Kreativität ist. Woher Ideen kommen.
Die Comiczeichnerin Lynda Barry hat das Hirn jetzt mal auf einer andere Weise unter die Lupe genommen: mit Federkiel, Wasserfarbe und sehr persönichen Bildgeschichten.

Ihr Buch "What it is" ist eine faszinierende Mischung aus Graphic Novel, Scrapbook-Album und Kreativitätslehrbuch. Die autobiografische Geschichte ihrer Entwicklung vom kreativen Kind zur erwachsenen Künstlerin, die sich mit Zweifeln und kreativen Blockaden herumärgern muss. Zum Glück gibt es den magischen Oktopus, der uns mit  Tipps und Übungen zeigt, wie wir unsere Kreativität zum Fließen bringen können.
Neben all dem Inhalt ist "What it is" ein wunderschön gezeichnetes Bilderbuch.

Einen kleinen Einblick gibt es hier:
Lynda Barry at drawnandquarterly.com

Lynda Barry "What it is", Drawn and Quarterly ISBN 978-1897299-35-7
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Comic: Geheime Pläne

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The Gifted Adult: A Revolutionary Guide for Liberating Everyday Genius

Wie versprochen möchte ich hier ein Buch vorstellen, in dem es um den Weltverbesserdrang Hochbegabter geht. Oder darum, wie man ihn messen könnte. Ein Buch an dem sich Geister scheiden können und das zu hitzigen Diskussionen führt.An diesem Buch kann man sich wunderbar reiben und mit neuen Konzepten über sich selbst nachdenken.

Mary-Elaine Jacobsen unternimmt in ihrem Buch den Versuch,  Hochbegabung weiter zu fassen als "ein hoher IQ".
Einerseits weitet sie den Intelligenzbegriff selbst aus auf Gardners Begriff der Multiplen Intelligenz.
Zusätzlich aber formuliert sie noch zwei andere Gebiete von Hochbegabung:  "Gifted Traits" und "Advanced Development".

Zu den Gifted Traits, den besonderen Charakterzügen Hochbegabter, zählt Jacobsen Intensität,
Komplexität und Antrieb (Drive).
Advanced Development besteht aus Humanistischer Vision, Mandated Mission und Revolutionary Action.

Multiple Intelligenz, Gifted Traits und Advances Developments bilden zusammen die Evolutionäre Intelligenz.
Ja das Buch wimmelt nur so von großen Worten. Das ist neben der Bescheidenheit, die unter Hochbegabten meist herrscht doch mal eine nette Abwechslung.

Aber wie berechnet man die Evolutionäre Intelligenz? Hierzu hat Frau Jacobsen einen ausführlichen Fragenkatalog zusammengestellt. Natürlich ist dies nur ein Selbsteinschätzungs-Test mit geringer Wissenschaftlichkeit. Doch es ist immerhin mal ein Versuch, Hochbegabung in ihrer ganzen Reichweite und Komplexität zu fassen. Und auch 10 Jahre nach seinem Erscheinen noch immer ein mutiges Buch!

Mary-Elaine Jacobsen "The Gifted Adult: A Revolutionary Guide for Liberating Everyday Genius".
Taschenbuchausgabe: Random House 2000,  ISBN: 0-345-43492-7

mar
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Comic Hochbegabte Erziehungsfragen


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Video von 350 org

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Software für Kreative Denker und Schriftsteller

Hab mir den Zeigefinger so verletzt, dass ich ihn nicht zum Tippen verwenden kann und auch sonst bin ich recht eingeschränkt. Dadurch fällt mir wieder mal auf, wie sehr Computer, Grafiktablett und Software mir beim Arbeiten helfen. Darum möchte ich hier ein paar Hilfsmittel vorstellen, die für mich das Arbeiten am Computer vollkommen verändert haben.


Schreiben und Ordnen:

Zum Ordnen meiner Gedanken und zum Schreiben größerer Texte arbeite ich mit dem Programm Scrivener. Für Windows gibt es das vergleichbare Programm Liquid Story Binder Ex.
Es sind vor allem drei Aspekte, die ich an Scrivener liebe: Erstens die Möglichkeit mit Drag-and-Drop Gedanken, Szenen, Textschnipsel zu sortieren und diese auch als Karteikarten auf einer Kork-Pinwand zu betrachten und hin-und herzuschieben. Sehr gut für das Planen von längeren Texten oder das Plotten von Romanen, Drehbüchern und dergleichen.
Zweitens liebe ich den FullScreenMode, in der man ablenkungsfrei mit grünem Text auf schwarzem Vollbildschirm arbeiten kann. Ich sehe dann nur eine Zeile (kann man auch anders einstellen) und dadurch denke ich nicht mehr darüber nach, was ich bisher schon geschrieben habe, sondern lasse mich auf den Schreibfluss ein. Meinen lästigen inneren Kritiker kann ich so weitgehend ausschalten. Redigieren kann ich nachher im Editor.
Drittens gibt es eine praktische Zählfunktion, mit der man sich Tagesziele setzen kann. Damit kann ich verhindern, das Schreibblockaden auftauchen. Ich setze mir z.B. 1000 Wörter als Tagesziel, wechsle in den Full-Screen-Mode und höre erst auf, wenn ich sehe, dass der blaue Balken voll ist.
Scrivener (literatureandlatte.com) nur für den Mac. Kostet 28,52 Euro.
Liquid Story Binder Ex gibt es im November im Sonderangebot zum halben Preis für knapp 20 Euro. http://www.blackobelisksoftware.com/

Ein gratis Programm zum ablenkungsfreien Schreiben für Windows ist Dark-Room  (http://they.misled.us/dark-room)
Für Linux gibt es textroom (http://textroom.sourceforge.net)

Vor allem für Script/Theaterschreiber/Storyboarding ist CeltX interessant (http://celtx.com/overview.html) für Windows, Mac und Linux



Zeichnen:

Zeichnen am PC ist eine ganz neue Erfahrung seit ich mit einem Grafiktablett arbeite (Bamboo Fun von Wacom), Format A6 reicht den meisten aus, und die neuen Modelle Touch and Pen kosten um die 90 Euro. Mit dem Stift zeichnet man natürlich flüssiger, außerdem ist der Stift druckempfindlich: Wenn ich fester aufdrücke, wird der Strich dicker oder dunkler (je nach den Einstellungen, die ich wähle).

Als Zeichenprogramm habe ich lange nur mit dem bei dem Grafiktablett mitgelieferten Photoshop Elements gearbeitet. Und ich benutze es noch immer täglich, vor allem zum Bearbeiten von Bildgröße, Auflösung und Format. (http://www.adobe.com/de/downloads)
Ähnliche Möglichkeiten hat das OpenSourceProgramm Gimp (http://www.gimp.org) Linux, Windows und Mac.
Zeichnen tu ich aber seit ein paar Monaten mit Manga Studio Debut. Dieses Programm ist für Comiczeichner konzipiert. Mir gefällt daran vor allem der wunderbar flüssige Strich, die Zeichenwerkzeuge (Federn!) und die Möglichkeit, den Strich mehr oder weniger zu glätten. Dies hilft enorm beim Zeichnen gerader oder runder Linien. Außerdem lassen sich bei MSD die Werkzeuge intuitiver einsetzen und anpassen als bei Photoshop Elements.
(http://my.smithmicro.com/downloads/index.html) Für Mac und Windows.

Alle Programme kann man mit Testversionen erst ausprobieren. Das lohnt sich, denn jeder kreative Arbeiter hat nun mal seinen eigenen Denk- und Arbeitsstil.
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Zahnräder und Nudeln - planlos produktiv.

Die Begabungszeitung macht mir enorm viel Spaß - endlich kann ich meine kreativen Geistesblitze direkt umwandeln.
Erst hatte ich vor, die Zeitung thematisch zu ordnen, aber ich hätte gleich wissen müssen, dass mir das keinen Spaß machen würde. Ich kenn mich doch schon länger als alle anderen. Aber ich habe immer noch die Neigung, meine Ideen in Muster pressen zu wollen, in ein Konzept oder einen Plan. Woche 48 dies, Woche 49 das - und sofort entsteht ein "muss". "Ich muss jetzt was über.. schreiben. Dabei habe ich gerade so Lust auf ... "

Aber zum Glück habe ich doch schon soviel von der Ich-Psychologie begriffen, dass ich solche Momente erkenne und den Plan oder das Konzept sein lassen kann.  Mir dann doch erlauben, das zu schreiben, was mich selbst gerade interessiert. Und diese Woche waren das eben Nudeln (die Herausforderung der Woche: Erfinde eine neue Nudelart) und Zahnräder (als Rätsel und Spieletipp).
Und schon hatte ich ganz nebenbei meine eigene neue Nudelart erfunden: die Zahnradnudel. Jetzt muss ich nur noch schauen, wie ich den Produktionsprozess etwas beschleunigen kann. Das Schneiden der Zähne mit dem Küchenmesser ist doch etwas mühsam, wenn man für mehrere Esser kochen will.

Ich hatte keinen Plan und kein Konzept für die Zahnrad-Nudeln. Aber jetzt stelle ich es mir auf einmal doch großartig vor, sie auf einem Bett von ich-weiß-nicht-was festzustecken, so dass sie sich auf dem Teller echt drehen können.  Und wenn man am einen Ende des Tellers an der Möhrenkurbel dreht, bewegt sich am anderen Ende des Tellers eine halbe Olive ganz süß auf eine Tomatenhälfte zu.

Übrigens ist Spielen mit Essen unheimlich gesund!
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Witz!

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Kreativität - ein Tanz am Abgrund der Bedeutung

Wenn man sich anschaut, wie oft und leichtfertig das Wort kreativ benutzt wird, dann könnte man meinen, Kreativität würde in unserer Kultur überschätzt. Ich denke aber, das Gegenteil ist wahr.
Ja, es wimmelt in Buchläden von Bastelbüchern und von Ratgebern für Manager, die irgendwo im Titel das K-Wort eingebaut haben. Aber beide Arten Bücher sehen Kreativität als ein Mittel, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Ob das nun Christbaumsterne aus Teebeuteltütchen oder erfolgreiche Verkaufszahlen sind - um Kreativität geht es hier nicht wirklich.

Kreativ sein  bedeutet Neuland zu betreten. Sich aus dem was schon Bedeutung hat, in Gebiete zu begeben, deren Bedeutung noch unsicher ist. Eine Reise zu unternehmen, bei der vollkommen unsicher ist, was sie bringen wird. Ob sie überhaupt etwas bringen wird.
Kreativ sein bedeutet, die Sicherheit des Bekannten zu verlassen. Und wer sich auf diesen Weg macht, wird zwangsläufig mit Sinnfragen konfrontiert. Fragen, die Zweifel, Ängste und sogar Depressionen mit sich bringen können. Und diese Fragen sind nicht Nebenwirkungen, sondern Essenz des kreativen Prozesses. Wenn wir sie ignorieren und vermeiden, führen sie uns nur noch weiter an den Abgrund.

Wer diesen Prozess kennt, dem möchte ich das Buch "The Van Gogh Blues - The Creative Person´s Path through Depression" empfehlen. Eric Maisel, Kreativitätscoach und Autor vieler interessanter Bücher, beschreibt darin, wie Sinnkrisen bei kreativen Menschen entstehen, warum sie unablöslich mit der kreativen Arbeit verbunden sind, und wie kreative Menschen ihrer Arbeit und ihrem Leben Bedeutung geben können. Denn Bedeutung (meaning) ist für kreative Menschen nicht etwas, dass ihnen gegeben wird, sie müssen die Bedeutung selbst formulieren, sogar erzwingen. 
Dabei geht es nicht darum, nach dem universalgültigen Sinn des Lebens zu fragen. Solche allgemeinen Formulierungen sind für kreative Menschen nur der Anlass, sie sofort auseinanderzupflücken. Eric Maisel ist der Meinung, dass nur ein Schild aus persönlichen Beweggründen, Prinzipien und Intentionen davor schützen kann, in den Abgrund der Bedeutungslosigkeit und das schwarze Loch der Depression zu fallen.

Maisels Buch ist endlich eines, in dem Kreativität nicht unterschätzt wird. Hier wird Kreativität weder zum Gebastel noch zur Marketingstrategie verniedlicht, sondern ernstgenommen als harte, wichtige und erfüllende Arbeit an Bedeutung.

Eric Maisel: "The Van Gogh Blues - The Creative Person´s Path through Depression"
New World Library 2008     ISBN 978-1-57731-604-6      ca. 11 Euro
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Kreative Arbeit (Comic)





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Grüße von Nathalie
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Was tun Sie am 24. Oktober, um auf die Zahl 350 aufmerksam zu machen?

Und warum kreative und begabte Menschen manchmal nicht dazu kommen, zu tun, was ihnen wichtig ist.

Als ich mir überlegte in diesem Blog auf die Aktion 350org aufmerksam zu machen - und auch in der Begabungszeitung, die heute zum ersten Mal erscheint, auf www.begabungswerkstatt.de), da kamen mir doch tatsächlich einen Moment lang Zweifel. Kann ich das machen? Dies ist doch kein politischer Blog. Und in einer Zeitung, die sich auch an Kinder und Jugendliche richtet?
Aber dann musste ich über mich selbst lachen. Denn alle hochkreativen und hochbegabten Menschen, die ich kenne, haben auch ein starkes Verantwortungsgefühl für ihre Umgebung. Vielleicht hat das damit zu tun, dass sie so stark die Veränderbarkeit der Welt erfahren - Kreativität also. Dazu kommt eine starke persönliche Moral.

Nicht immer aber führen dieses Verantwortungsgefühl und das moralische Bewusstsein jedoch auch zu konkretem Handeln. Viele begabte und kreative Menschen leiden daran, dass sie nicht zur Handlung kommen, nicht aktiv werden, nicht das tun, was ihrem inneren Drang die Welt mitzugestalten entspricht. Das liegt vor allem daran, dass sie so enorm hohe Ansprüche an sich selbst stellen und große Ziele und Ideen haben. So groß, dass sie sich nicht zutrauen, diese auch zu verwirklichen. Und darum tun sie oft gar nichts und verabscheuen sich dafür. Wodurch sie sich noch weniger zutrauen und noch weniger tun und sich noch mehr verabscheuen. Dieser Prozess spielt sich auch ab, wenn sie auf ein leeres Blatt starren und sich nicht zutrauen den geplanten Artikel zu schreiben. Oder vor der weißen Leinwand stehen, usw.

Da gibt es nur eins: kleine Ziele. Denn auch die kleinste Handlung ist besser als das Abgleiten in den Teufelskreis des Nichts-Tuns.

Und was hat dies alles mit der Zahl 350 zu tun?
Am 24. Oktober finden in mehr als 177 Ländern der Welt 4641 Aktionen zum Klimaschutz statt.
Diese Aktionen haben zum Ziel, auf die Zahl 350 aufmerksam zu machen - die wichtigste Zahl der Welt:
Aus der Einladung zur Aktion 350org:

"James Hansen von der NASA hat vor kurzem, zusammen mit einem Team von weiteren Wissenschaftlern, eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten veröffentlicht, aus denen hervorgeht, dass wir den Kohlenstoffdioxid-Anteil in der Atmosphäre von den aktuellen 387 ppm (parts per million) auf 350 ppm oder weniger reduzieren müssen, wenn wir „einen ähnlichen Planeten“ behalten möchten, „wie den, auf dem sich unsere Zivilisation entwickelt hat“.
Vor einem Jahr wusste noch niemand von dieser Zahl – aber jetzt ist klar, dass 350 die vielleicht wichtigste Zahl für die Zukunft unseres Planeten ist, ein Orientierungspunkt bei unserer Neugestaltung der Welt. Wenn wir die Welt bald auf den richtigen Weg, mit dem Ziel 350 ppm, bringen, können wir die schlimmsten Folgen des Klimawandels noch abwenden.
Der zweite Grund dafür, dass 2009 von so großer Bedeutung ist, ist die Tatsache, dass die politischen Möglichkeiten, Einfluss auf unsere Regierungen auszuüben, größer denn je sind. Die führenden Entscheidungsträger der Welt werden im Dezember in Kopenhagen zusammenkommen, um ein neues globales Abkommen zur Reduzierung der CO2-Emissionen zu schließen".

Auf der Seite www.350.org oder www.350.org.de können Sie auf einer Weltkarte alle geplanten Aktionen finden. Es ist bestimmt auch eine in Ihrer Nähe dabei. Aber wenn Ihnen das zu weit, zu kompliziert oder nicht nach Ihrem Geschmack ist, dann können Sie auch noch kleiner anfangen:
Malen Sie sich einen Button mit 350 und stecken Sie ihn sich an. Das 350 Logo können Sie übrigens auf der Webseite der Aktion downloaden, auch Schablonen falls Sie lieber ein T-Shirt bemalen oder mit Straßenkreide auf den Bürgersteig malen...


Und wenn Sie sich dabei dumm vorkommen  (bringt doch nichts, hat doch keinen Zweck, sieht doch keiner), dann denken Sie an Gandhis Aussage:
Whatever you do will be insignificant, but it is very important that you do it.

Danke!
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In The Mind's Eye...

... ist ein großartiges Buch vonThomas G. West. Leider ist es bisher nur auf Englisch erschienen.
Irgendwann nehme ich mir mal die Zeit, ausführlich darüber zu berichten, hier nur kurz dieses:
es ist ein Buch über das Denken in Bildern und über viele interessante und berühmte Menschen, die es trotz eines ungewöhnlichen Denkstils - oder gerade deswegen - zu großen Leistungen gebracht haben. Einstein natürlich, aber auch Lewis Carroll, Churchill und Faraday.
Faszinierende Einblicke in geniale Geister - aber auch Ermutigung für alle, deren Hirn nicht die Form eines Karteikastens hat.
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Supermarkt-Gedanken



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Hochwasser und Tiefgang Comic 3


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Sind Sie auch ein Scanner?

Wenn Hochbegabte eines gemeinsam haben, dann ist es vielleicht das andauernde Gefühl, zu wenig Zeit zu haben. Schon Fünfjährige höre ich darüber klagen, dass der Kindergarten ihnen die Zeit auffrisst, dass sie zuhause ihre Zeit so viel sinnvoller ausfüllen könnten. Viele hochbegabte Schüler klagen über die Hausaufgaben, weil ihnen dadurch keine Zeit mehr für ihre eigenen Projekte bleibt. Und Projekte haben sie, ob sie nun 5 oder 50 sind, und meist nicht nur eines sondern viele. Eine neue Sprache lernen, das Haus neu einrichten, Informationen sammeln und ein Buch schreiben, eine Weltreise machen, eine neue Methode erfinden, etwas erforschen, experimentieren, erfinden, ein soziales Projekt aufbauen, eine Alternativschule gründen, Flamenco lernen, einen Zeichentrickfilm machen, ist nur ein kleiner Ausschnitt der typischen To-do-Liste eines Hochbegabten.
Zum Coaching kommen oft Erwachsene, die vor lauter Projekten nicht mehr wissen woran sie arbeiten sollen und darum zu gar nichts kommen. Oder solche, die sich selbst hassen, weil sie "nie etwas fertig machen". Und die, denen Menschen in der Umgebung einreden, sie müssten sich jetzt endlich mal für eine Sache entscheiden.

Vor kurzem viel mir ein wunderbares Buch in die Hände, von einer Autorin um die ich bisher einen weiten Bogen gemacht hatte: Barbara Sher, Bestsellerautorin und Erfinderin der "Wish-Teams" . Viel zu amerikanisch, viel zu populär, fand ich. Aber dann blieb mein Blick doch ganz aus Versehen am Titel ihres neusten Buches hängen: "Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast". In diesem Buch schreibt Sie über Scanner, Menschen, für die "die Welt wie ein riesiger Süßigkeitenladen voller Verlockungen ist. Und am liebsten würden sie mit beiden Händen zugreifen und sich die Taschen vollstopfen". Mir fielen gleich einige Klienten und Freunde ein, für die dieses Buch interessant sein könnte.

Was ich nicht erwartet hatte: wieviel Freude ich selbst an diesem Buch haben würde. Denn Barbara Sher hält ein selbstbewusstes und fröhliches Plädoyer für die Kraft der Ideen.
"Scanner sollten ihre Einfälle nicht wie Müll entsorgen, egal, wie viele sie haben und wie unausgereift sie sind. Respekt gegenüber Ideen ist vergleichbar dem Respekt gegenüber ihren Produzenten: Ihnen selbst. (...) Verabschieden wir uns von der Vorstellung, dass Ideen wertlos sind, solange sie nicht Geld einbringen oder irgendeinen anderen praktischen Nutzen haben".
Aber Sher schenkt dem Scanner nicht nur Ermutigung und Trost, sondern auch reichlich gut anwendbare Tips zur Organisation des Scannerlebens.
In der zweiten Hälfte des Buches beschreibt Barbara Sher verschiedene Typen von Scannern, die fand ich nicht besonders überzeugend. Aber das schmälert für mich den Wert des Buches nicht. Denn wie die meisten Scanner lese auch ich nur selten ein Buch ganz und von vorne nach hinten.
Also, wenn Sie ein Scanner sind: scannen das Buch! Und das herausziehen, was zu Ihnen passt.

Barbara Sher "Du musst Dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast", dtv 2008, ISBN 978-3-423-24654-5, € 15,00
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Hochbegabung Comic 2

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Hochbegabung: Comic

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Intelligenztest für Legastheniker

(A.S. Wer auch meinen Legasthenie-Blog entdeckt hatte, der hat diesen Eintrag schon gelesen. Der Kulando-Blog gefiel mir nicht (die Werbung!) und ausserdem lassen sich Hochbegabung und Legasthenie nicht trennen. Deshalb ab jetzt nur noch diesen einen Blog über Begabung.)

Immer mehr Organisationen und Psychologen gehen dazu über, einen nichtsprachlichen Intelligenztest einzusetzen, wenn der Verdacht auf Legasthenie besteht. Auf den ersten Blick scheint das eine logische Entscheidung - aber eben nur auf den ersten Blick. Es gibt einige Gründe, die dagegen sprechen.

Erstens sind Legastheniker sehr unterschiedlich. Manche haben gerade mit visuellen Aufgaben Schwierigkeiten. Für diese Schüler ist ein Test, der vorwiegend auf Formen und graphischen Darstellungen besteht, ungünstig. Andere sind sprachlich sehr begabt, wenn sie nicht schreiben müssen - das wird aber niemand merken, wenn man nur nichtsprachliche Fähigkeiten testet.

Zweitens sind die Ergebnisse eines umfangreichen Intelligenztests, wie z.B. HAWIK, durchaus aussagekräftig. Der HAWIK besteht aus zwei Teilen: einem verbalen und einem performalem, beide bestehen aus mehreren Tests. Die Ergebnisse der verschiedenen Untertests geben Hinweise auf besondere Schwächen - und besondere Begabungen. Selten ist es so, dass ein Schüler in allen Tests des verbalen oder performalen Teils gleich schlecht abschneidet. Viel öfter sieht man sehr unterschiedliche Resultate in den verschiedenen Teilbereichen. Hieraus kann man wertvolle Information für die Legasthenieförderung ableiten.

Ausserdem ist es gerade für legasthene Schüler wichtig, ihre Begabungen zu kennen. Und viele Legastheniker sind auf Teilgebieten hochbegabt! Der Durchschnittswert, der eigentlich IQ, interessiert mich darum kaum, übrigens nicht nur bei Legasthenikern nicht, auch viele nicht legasthene Hochbegabte haben sehr unterschiediche Ergebnisse in verschiedenen Teilbereichen.

Wir sollten Intelligenztests nicht verwenden, um Menschen in "schlau" und "nicht-schlau" zu unterteilen. Sondern sie einsetzen um Begabungen zu entdecken und Förderbedarf festzustellen. Und dafür ist es wichtig, dass der Test viele verschiedene Gebiete misst. Und ganz wichtig: dass derjenige, der den Test durchführt, erfahren und aufmerksam ist. Denn auch hier ist "zwischen den Zeilen" oder eher: "zwischen den Aufgaben" viel Information zu finden. Z.B. wenn ein Schüler bei allen Tests hochkonzentriert mitarbeitet, aber bei einem bestimmten Test wie wild mit dem Stuhl wackelt und aus dem Fenster schaut. Oder wenn, was öfter vorkommt, der Schüler zu schlau für den Test ist. Und dann die Assoziation, die gesucht wird, nicht finden kann. (Was haben ein Auto und ein Flugzeug gemein?, kann manchen schlauen Kerl zu ausführlichen Überlegungen über die Zusammensetzung von Benzin und Kerosin oder die Bauweise der Motoren veranlassen. Auf so etwas Banales wie "beides sind Fahrzeuge" kommt er dann nicht).

Ich nehme mal an, dass der CFT in letzter Zeit nur deshalb so oft eingesetzt wird, weil die Tester den Legasthenikern etwas Gutes tun wollen.

Und nicht, weil der HAWIK so viel teurer und zeitaufwändiger ist?



I
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Breite Begabung

In den letzten Wochen hab ich mir mal wieder das Angebot für Hochbegabte SchülerInnen angeschaut. Im Kopf hatte ich dabei ein 13-jähriges Mädchen, das über breite Interessengebiete verfügt: Pädagogik, Soziologie, Psychologie. Alles was mit Menschen zu tun hat und mit Lernen.
Interessante Themen, wichtige auch.
Aber von Hochbegabten scheint man immer noch zu erwarten, dass sie sich vor allem für Mathe oder die Naturwissenschaften interessieren. Ein vereinzelter Kurs zur Hirnforschung ist bei dem Angebot dabei, aber nichts, das ein sozial interessiertes Mädchen vom Hocker reissen könnte.

Wo bleiben die Thinktanks zu sozialen Fragen? Einführungen in Methoden sozialwissenschaftlicher Forschungen? Angebote für Schüler(innen), die neue Schulformen, Wirtschaftskonzepte oder Utopien entwerfen wollen? Solche Angebote wären enorm wichtig.
Nicht nur, weil es bestimmt einige hochbegabte Mädchen gibt, deren Begabungen vor allem auf dem sozialwissenschaftlichen Gebiet liegen.

Wichtig ist doch auch, dass der scharfe Verstand, die Kreativität und die Energie besonders begabter Schüler nicht in wisschenschaftlichen Nischen oder an theoretischen Fragestellungen verpufft. Dass Wissenschaft nicht Selbstzweck, Unterhaltung, Beschäftigungstherapie wird.
Dass Schüler lernen, die Probleme zu lösen, die ihnen im Alltag begegnen und sie in der Zukunft erwarten. Und ihren Beitrag an der Weltverbesserung zu leisten.

Die Weltverbesserakademie.
Oder so.
Mitdenker willkommen.

Eigentlich wollte ich über ein Buch schreiben. So sieht man mal, wie ein Blog sein eigenes Leben
führen kann..
Das Buch kommt ein andermal.
Für heute hab ich mir selbst genug zum Denken gegeben.

Grüsse von Nathalie
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Pinkwater

Ich habe einen neuen Lieblings-Jugendbuch-Schriftsteller: Daniel Pinkwater. Leider sind nur ein paar seiner Bücher auf Deutsch erhältlich und dann auch nur noch gebraucht, via Amazon. Wer das Glück hat, eine Ausgabe von Alan Mendelsohn, der Junge vom Mars zu finden: zuschlagen! Das Buch ist wunderbar, auch für 42jährige Mütter.
Ich habe mir - auch gebraucht - den englischen Sammelband 5 Novels gekauft (mit Alan Mendelsohn, Young Adult Novel und noch drei weiteren) für 2,99Euro plus 3 Euro Versandkosten. Und den geb ich nicht mehr her!

Wer Englisch verstehen kann, der kann auf der website von Daniel Pinkwater gratis einige seiner Bücher downloaden. www.pinkwater.com

Daniel Pinkwater schreibt für schlaue Menschen. Man muss schon manchmal um eine Ecke denken können, um den wunderbaren Humor zu begreifen. Mr. Pinkwater hält sich auch nicht an die Konventionen und unausgesprochenen Regeln des Jugendbuchs. So ist seine Young Adult Novel nur einpaarundfünzig Seiten lang. Und die Form seiner "Romane" ist oft ebenso ungebräuchlich. Slaves of Spiegel ist eine Sammlung von Radioaufzeichnungen, Dokumenten, Tagebuchaufzeichnungen eines ganz normalen Schülers und Reden eines Weltallpiratenführers. Bei Pinkwater kann man sich nur auf zwei Dinge verlassen: dass man sich auf nichts verlassen kann - und das man am Ende der Geschichte das Gefühl hat, von einer Weltraumfahrt zurückzukommen. Nicht nur, weil Pinkwaters Bücher oft zwischen mehreren Planeten oder Galaxien hin- und herpendeln.
Obwohl die Young Adult Novel auf der Erde bleibt, ist auch hier nicht alles so wie es scheint. Eine Gruppe Aussenseiter hat sich zu einer Dada-Kunst-Gesellschaft zusammengetan. Dahinter steckt eine Strategie, die viele Hochbegabte kennen: mit absurdem Humor die Absurditäten des Schulalltags zu überleben und zu entlarven. Doch dann kommt - in der Gestalt eines einzelnen anderen Aussenseiters - die Dada-Strategie ins Wanken. Denn "über den Dingen stehen" kann man nur, solange die anderen einen in Ruhe lassen.

Auch in Alan Mendelsohn, the Boy from Mars, experimentieren zwei Jugendliche mit Strategien, die für Hochbegabte interessant sind: den Unterricht durch Abwesenheit boykottieren oder durch vollkommene Anwesenheit. Das geht so: Man lässt sich vom Lehrer das Wort geben, steht dann beim Reden auf, läuft, während man Wissenswertes von sich gibt, mit grossen Schritten durch die Klasse und verdräng schliesslich den Lehrer von seinem Platz vor der Klasse und übernimmt den Unterricht.
Wunderbar
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